Neues aus der Stadt

Im Schnitt zahlt man in Offenbach 7,70 Euro pro Quadratmeter Miete, in Frankfurt 10,70 Euro. Daran können Sie sehen, dass wir noch eine Fülle von alten, sehr einfachen Wohnungen für 4,50 Euro haben. Sie werden nur teurer, wenn Eigentümer investieren und daran haben wir Interesse. Wer möchte noch 2016 mit einer Toilette auf der Treppe wohnen. Mehr

So, und ähnlich, spricht OB Horts Schneider locker flockig über eine Stadt in der über 500 Menschen wohnungslos sind; die schon lange keine Zahlen mehr zu Zwangsräumungen veröffentlicht hat; in der von 380 Wohnungen 13 für Hartz IV-Empfänger*innen zugänglich sind, weil bei den anderen die Miete zu hoch ist oder der/die Vermieter*in „keine Lust mehr auf die unzuverlässigen Mitarbeiter*innen des Jobcenters“ hat und lieber nicht mehr an Klient*innen der MainArbeit vermietet; in der zahlreiche Menschen auf engstem Raum zusammenleben müssen, weil sie sich nichts größeres leisten oder aufgrund ihres Nachnamens nicht als Mieter*innen akzeptiert werden; in der milde „Empfehlungen“ ausgesprochen werden um private Investor*innen zu mehr Sozialwohnungsbau zu motivieren oder auch mal ganz darauf verzichtet wird, Sozialwohnungsbau durchzusetzen, weil arme Investor*innen sich verspekuliert haben**; in der öffentliche Wohnungsbauunternehmen schon gar keine Wartelisten mehr führen, weil die Nachfrage nach gefördertem Wohnraum viel zu groß ist und Wartezeiten von mehreren Jahren (!) nichts besonderes mehr sind; in der die Umwandlung von kleinen, günstigen Wohnungen in Große & Teure die Mietbelastung einkommensschwacher Haushalte weiter steigert und immer mehr Menschen vom Wohnungsmarkt ausschließt; in der der OB eine Sozialwohnungsquote von 7% des gesamten Wohnungsangebots in Offenbach anstrebt, während 52,7% der Haushalte über ein niedriges Einkommen verfügen.

Natürlich ist das nicht nur Offenbach, sondern das ist Deutschland und das ist Kapitalismus, das ist viel zu wenig Geld für viele und viel zu viel Hass auf die Armen. Aber all das findet eben ‚auch‘ in Offenbach statt und ist nie einfach Alternativlos. Von einer Stadtregierung, die – wie in einem Kommentar zum FR-Artikel so treffend formuliert – fröhlich nach dem Motto: „Eure ärmlichen Wohnungen mit Toiletten auf der Treppe kotzen uns an“ regiert, ist freilich nicht viel zu erwarten. Vergessen wir also die Elendgestalten der Politik und organisieren wir uns. Es reicht! Eure Politik kotzt uns an. Wir brauchen unsre eigene.

**Wer ganz genau dabei zugucken möchte wie konsequent und erbarmungslosg Sozialwohnungsbau in Offenbach durchgesetzt wird, dem/der seien diese beiden Best-Practice-Beispiele für hartgesottene Verhandlungspraktiken empfohlen: Beispiel 1: Mit Empfehlungen Härte zeigen, Bsp. 2: „Ach nö, lieber doch nicht“ als durchsetzungsfähige Strategie.

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